ITIL V3 Foundation – Meine Erfahrungen und Meinungen

Hallo liebe Kinder,

heute möchte ich euch kurz von meiner “ITIL V3 Foundation” Zertifizierung erzählen. Klingt total spannend. Ist es auch.

Was ist ITIL? Nun, ich kann es kaum glauben, dass ihr das nicht wisst. Dies sollte Allgemeinbildung sein so wie man weiß, dass die Porta maximata pigmentata in Trier steht, oder die USA ein kleines Land bei Kanada sind. Aber nun gut, ITIL steht für “Information Technology Infrastructure Library”, es handelt sich, auch wenn der Name es vermuten lässt, nicht um eine komplette Bibliothek, wie ihr sie aus dem Breakfast Club, oder den Harry Potter Filmen kennt, sondern um eine Sammlung von 5 Büchern mit “Good Practices” zum “IT-Service Management”. Es geht einfach darum, das IT Service Management zu Standardisieren und ITIL ist ein Ansatz dafür.

Was macht ITIL also? Es legt Begrifflichkeiten fest, Abläufe, Verantwortungen und so weiter und so weiter. Als ich den Drei-tägigen Foundation Kurs besuchte, wurde mir das notwendige an die Hand gegeben, um mich in einer Umgebung, die nach ITIL aufgebaut wurde, zurechtzufinden und darin arbeiten zu können. Meine persönliche Meinung zu ITIL, ich finde es sinnvoll, allerdings ist die Zertifizierungssache, so wie es im Moment läuft, eher etwas fragwürdig.

Lasst mich euch das mal erklären. Während den drei Tagen macht man zwei Übungstests, mit Fragen zu den behandelten Themen. Dies halte ich persönlich für sinnvoll. Wir waren sieben Teilnehmer im Kurs, bei Test 1, sind wir alle entweder knapp durchgefallen, oder haben knapp bestanden. Ist ja in Ordnung, war eine Übung und man sieht, wo man steht. Bei Test 2 haben wir dann alle fast bestanden, es kamen Fragen, die verständlich waren, Antworten, die alle irgendwie passten, man also ein wenig nachdenken musste, sich dann aber entscheiden konnte. Man wusste auch hier, wo man steht und was man lernen muss.

Nun kommt die Abschlußprüfung. Verschärfte Spielregeln und so.

  • 40 Multiple Choice Fragen
  • 60 Minuten (glaube ich, war absolut genug)
  • Wer etwas sagt, fällt durch (Auch Fragen an den Prüfer waren verboten)
  • Fragen nur mit einem HB Bleistift markieren
  • Die zu den Antworten gehörigen Kreise auf dem Antwortblatt mussten korrekt (da war eine Anleitung bei) ausgemalt werden.

Was halte ich für fragwürdig an der Prüfung? Nun, ich erkläre es euch und zum Glück sehen das nicht nur die, die mit mir im Kurs gewesen sind so, sondern auch andere, welche die ITIL Foundation Prüfung zu anderen Zeiten an anderen Orten abgelegt haben.

Als wir alle abgegeben hatten, dachten wir aller ersteinmal, wir wären durchgefallen. Sieben von sieben Personen, die alle keine Neulinge im IT Bereich sind und auch alle schon diverse andere Zertifizierungen haben. Wie kam es? Nun, die Fragen lasen sich in etwa so:

Welche der folgenden Aufgaben hat ein IT-Service Manager:

  • Baum
  • Elefant
  • Hurz
  • Mööööööp

Die Antworten schienen nie wirklich zur Frage zu passen und wir haben alle geraten. Durch die Bank. Da ich im Moment in einem ITIL Umfeld arbeite, habe ich andere gefragt, denen ging es allen genau so. Als der Prüfer nach der Korrektur zu uns kam teilte er uns mit, dass einer aus dem Kurs durchgefallen war. Wir waren alle über die doch geringe Anzahl verwundert und dachten alle erstmal, “Ich bin das”. Aber hey, wir haben alle nur geraten.

Fazit: Der Kurs war gut, die Prüfung war schwachsinn.

Nun, den ITIL Kurs ansich finde ich nicht schlecht, man spricht dann, wenn man in einem ITIL Umfeld arbeitet die gleiche Sprache wie die anderen auch und kennt den ein oder anderen Ablauf. Die Prüfung, so wie sie im Moment ist, ist totaler Schwachsinn. Es bringt nichts, wenn nur die bestehen, die richtig raten. Aber hey, ich habe nun ein schönes Zertifikat und einen tollen Anstecker für die Klamotten, den ich sicher niemals tragen werde.

 

Habt ihr auch mal die ITIL Foundation gemacht? Könnt ihr ähnliches berichten?

 

Los, raus damit,

euer Zacharias Fuchs

 

3 Gedanken zu “ITIL V3 Foundation – Meine Erfahrungen und Meinungen

  1. Moin, also ich berichte mal, bin aktuell bzw, stehe morgen vor der “zertifizierung” und muss ganz ehrlich sagen es ist immernoch ein lachhafter Fall..
    Wir bekommen das Ergebnis A per Mail mitgeteilt und B das Zertifikat ebenfalls per Mail geschickt zum selbst ausdrucken, klingt super oder? Ist es aber nicht, ein Zertifikat nützt einem nichts wenn es Wertlos ist und in meinen Augen ist es das wenn ich quasi alles selber machen kann, 26 richtige Fragen von 40 muss man zum bestehen haben, dann bekommt man nur ein Bestanden oder ein Durchgefallen mehr nicht, keine Prozente keine wo war der fehler oder ähnliches, einfach NICHTS!

    Es sollte verboten werden von sogenannten Trägern diese Zertifizierung durchzuführen und stattdessen eher ein Fachmann von Axelos vor Ort sein der Prüft.

    Hinzu kommt, ein Test zum Ankreuzen? Sorry aber daraus ist für niemanden ersichtlich ob ich die Sachen verstanden habe oder eben nicht?

    Wie schon erwähnt fröhliches raten ist angesagt, wobei bei uns ja noch ein ganz heftiger fall ist, wir und jetzt festhalten, bekommen tatsächlich ALLE LÖSUNGEN von unserem Dozenten der übrigens auch aufsicht hat und uns somit helfen wird, das hat für mich 0 mit Zertifizierung sondern eher mit Geldschneiderei und Papierverschwendung zutun.

    Aber hey nur meine meinung ;D

    Gruß

    • Was das betrifft, wir haben die Lösungen nicht vorher bekommen.

      Aber die Prüfungsfragen waren wirklich seltsam und ich habe schon manche Prüfung abgelegt.

      Und es kam ein paar Wochen später ein gedrucktes Zertifikat an.

  2. Hallo Zacharias!
    Ich musste schmunzeln, sehr, nach Deinem Auftakt “Hallo liebe Kinder…”
    Vor wenigen Jahren, ich habe es verdrängt wie lange es schon her ist, musste ich mit meinen Kollegen auch zu dieser 3-tägigen ITIL Schulung. Zu diesem Zeitpunkt machte ich schon etwa 25 Jahre IT im Logistik Umfeld. Aber alle mussten hin!
    Ich habe während der Schulung nur gedacht, was ist denn das für ein Sch….dementsprechend konnte ich mich nur schwer motivieren zu lernen. Ich habe es dann mit auswendig lernen versucht und hoffte bei der Prüfung nicht durchzufallen. Ich fiel durch, als Einzigster. War mir aber wurscht.
    Dummerweise musste ich noch zweimal am Prüfungstag zu den darauffolgenden Lehrgängen hin. Und – auch wieder durchgefallen. Warum wohl? 🙂
    Geschadet hat es mir nicht, genützt aber auch nicht.
    Jetzt habe ich die Firma gewechselt und was kommt vor wenigen Tagen in mein Email Postfach? Richtig ITIL Schulung!!
    Ich fasse es nicht!

    Ich wünsche allen die daran teilnehmen einen guten Stuhlgang ;-).
    Viele Grüße ein ITIL Analphabet!

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