Ein Liebesbrief der Hausverwaltung <3

Guten Morgen ihr Freunde und Feinde der Tütensuppen,

bevor ich nun fortfahre, erinnert ihr euch noch an den Beitrag mit meinem Nachbarn und der Hausverwaltung? Wenn nicht, hier ist er: klick mich

So, nachdem ihr nun wieder im Thema seid, lasset mich zur Sache kommen.

Am gestrigen Tage erreichte mich auf postalischem Wege ein Schreiben der neuen Hausverwaltung (ist nicht das erste Schreiben, aber der Tonfall ist immer irgendwie gleich) und wer nun meinen Nachbarn und seinen Tonfall kennt, der wird gleich wissen, er und die neue Hausverwaltung, die zwei haben sich gesucht und gefunden. Es muss Liebe sein.

Hier nun das Schreiben:

Inhalt des Schreibens:

An alle Hausbewohner/-innen                                      07.03.2018

 

                                       RUNDSCHREIBEN

Sehr geehrte Hausbewohnerin,

sehr geehrter Hausbewohner,

 

auf der Eigentümerversammlung 2018 wurden wir gebeten, alle

Hausbewohner an die Regelung zum Rausstellen der Mülltonnen

und der Durchführung des Winterdienstes zu erinnern.

Bitte entnehmen Sie dem aufgehängten Plan im Treppenhaus, wann

Sie die Dienste durchführen sollen/müssen.

Außerdem sollte, wenn größerer Dreck im Treppenhaus verursacht wird,

dieser sofort entfernt werden und nicht für die Putzfrau liegen lassen.

Ebenso bitten wir Sie, um zusätzliche Kosten zu vermeiden, die Mülltrennung

ordnungsgemäß durchzuführen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ihre

Hausverwaltung GmbH & Co Kg

 

Mein Gefühl beim Lesen dieser tollen Worte ist, dass hier im Subtext eine gewisse Grundaggressivität mitschwingt. Und ich kann mir ehrlich gesagt, nur einen Eigentümer vorstellen ,der sich hier über gewisse Dinge beschwert hat und der ist nur alle paar Wochen mal in seiner Wohnung. Na, wer mag das denn wohl sein 😉

Jedenfalls mag ich solch total unpersönliche Schreiben und antworte der Hausverwaltung gerne im gleichen Stil und verursache dann auch gerne mal Arbeit bei der “Hausverwaltung”.

 

Inhalt meiner Antwort:

Absender:

sehr geehrter Hausbewohner

Dingsstraße 11

11111 Blablastadt

 

                                                     RUNDSCHREIBENANTWORT

Sehr geehrte Hausverwalterin,

sehr geehrter Hausverwalter,

 

gerne habe ich Ihr Rundschreiben zur Kenntnis genommen und möchte gerne zu ein paar der von Ihnen höflichst angebrachten Punkte Stellung beziehen. 

Ich weiß nicht, wann Sie zuletzt hier im Hause gewesen sind, jedoch hängt der Plan zur Durchführung des Winterdienstes nicht mehr. Er ist irgendwann im Jahre 2017 plötzlich und unvorhergesehen verschwunden. Der Plan für den “Mülldienst” ist noch immer aus dem Jahre 2017. Ich kann also verstehen, wenn sich manche MitbewohnerInnen unsicher sind, wann diese nun mit der Aufgabe betraut sind und daher sollten Sie diesen Umstand, wenn dies derzeit nicht so ganz funktioniert, nicht den BewohnerInnen des Hauses anlasten. Früher hing immer ein aktueller Plan für das laufende Jahr, irgendjemand (und ich sage nicht, dass Sie dies sind), sollte sich nun verwaltungstechnisch daran begeben, einen aktuellen Plan zu erstellen und auszuhängen. Ich bin sicher, dass diese Maßnahme dazu führt, Verwirrungen auf Seiten der MitbewohnerInnen zu vermeiden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig Erleuchtung im Bezug auf die zu erledigenden Verwaltungsaufgaben geben.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und den immer freundlichen Ton Ihrer Rundschreiben

Ihr/e

HausbewohnerIn

 

So, mal schauen, was die Hausverwaltung dazu sagt und/oder schreibt.

 

Euer Zacharias

Der Doppelgänger Teil 13 – Der Arbeitsvertrag

Gute Tageszeit, Freunde der Vertrauensarbeitszeit und der Pflegeberufe,

es geschah vor einigen Tagen, da erreichte mich wieder eine Mail, welche definitiv nicht für mich gedacht war. Es handelte sich um eine Firma, welche Pflegekräfte und ähnliche in Arbeitnehmerüberlassung an entsprechende Arbeitnehmer übermittelt und ich bekam also folgende Mail:

Ankommende Mail vom 20.09.:

Text der Mail:

Hallo Herr Fuchs,

anbei wie besprochen der Arbeitsvertrag.

Mit freundlichen Grüßen

Hannes Gutmeier

Verleihnix GmbH

Im Anhang befand sich ein Beispielarbeitsvertrag als PDF. Alles recht Standard, es geht um Arbeitnehmerüberlassung und sollte der Mitarbeiter gerade nicht in einer Überlassung sein, zahlen die Brutto 12€ die Stunde.

 

Soweit, so gut. Ich habe natürlich am gleichen Tag darauf geantwortet.

Ausgehende Mail vom 20.09.:

 

Text der Mail:

Guten Morgen Herr Gutenmeier,
 
Das klingt jetzt alles recht prickelnd. 
Der Stundenlohn von 12€ ist natürlich nicht so ansprechend, aber mit einem kleinen Begrüßungsgeschenk bei Unterschrift, wie z.B. einem Tefal Sandwichtoaster, könnte ich mir das überlegen.
 
Herzallerliebst,
Ihr Zacharias Fuchs
Nun, ich glaube, ich habe mich bei seinem Namen verschrieben, sowas passiert.
Aber, ich denke, meine Forderung ist nicht zu hoch gegriffen. Also wartete ich ab und wartete.
Und wartete.
Am gestrigen Tag hatte ich dann genug und schrieb ihm abermals.
 
Ausgehende Mail vom 25.09.:
 
 
Text der Mail:
Gute Tageszeit Herr Gutenberg,
 
leider haben Sie sich auf meine letzte Nachricht hin nicht gemeldet.
Sicherlich haben Sie gerade viel zu tun, daher möchte ich noch einen kleinen Nachtrag senden.
 
Nach Rücksprache mit meiner mir angetrauten Ehefrau sind wir zu dem Schluß gekommen, dass
bei Vertragsunzerzeichnung dann nicht nur der normale Sandwichtoaster angebracht wäre, sondern
ggf. sogar der Tefal SW852D Snack Collection.
 
Ich denke, aufgrund der momentanen Knappheit an Fachkräften im Bereich der Pflege, ist dies mehr als angemessen.
 
Bussi auf Bauchi,
Ihr Zacharias Fuchs
Ich schwöre, ich gab mir sehr, sehr viel Mühe dabei, den Namen endlich richtig zu schreiben, aber es wollte mir nicht so richtig gelingen.
Dennoch, es kam gestern eine Reaktion von Herrn Guttenberg.
 
Eingehende Mail 25.09. 15:21 Uhr:
 
 
Text der Mail:

Guten Tag Herr Fuchs,

leider waren Sie telefonisch nicht erreichbar.

ich hatte gedacht Sie meinen das nicht ernst, aber anscheinend schon.

Bei uns gibt es keine Willkomens-Geschenke.

Mit freundlichen Grüßen
 
Nun, der Ton ist recht harsch. Von jemandem, der mit mir eine Geschäftsbeziehung eingehen möchte, hätte ich mir mehr erwartet. Kurz darauf kam auch eine weitere Mail.
 
Eingehende Mail vom 25.09. 16:05 Uhr:
 
Text der Mail:

Hallo Herr fuchs,

ich habe es mir anders überlegt, gerne können Sie sich den Tefal SW852D Snack Collection bei uns abholen kommen.

Rufen Sie mich wegen einem Termin an:-)

 

Mit freundlichen Grüßen
Nun, der Ton ist schon besser, jedoch musste ich mir das erst einmal durch den Kopf gehen lassen. Außerdem scheint die Shift Taste bei meinem Namen geklemmt zu haben.
Was also nun? Ich habe heute morgen geantwortet und ihm den Arbeitsvertrag selbstverständlich auch zurückgesendet, ich benötige ihn ja nicht mehr.
 
Ausgehende Mail vom 26.09.:
 

Text der Mail:

Hallo Herr Guthans,

 
ich bin mir nicht sicher, ob ich mich in einer Firma, die mich offensichtlich nicht ernst nimmt, auch wohlfühle.
Daher möchte ich von weiterer Zusammenarbeit gerne absehen.
 
Zu meiner Entlastung sende ich Ihnen Ihren Arbeitsvertrag zurück, Sie finden sicherlich anderweitig Verwendung dafür.
 
Hochachtungsvoll,
Ihr Zacharias Fuchs
Anhang: Arbeitsvertrag.pdf
 
So, da kommt bestimmt nichts mehr, was noch für diese kleine Anekdote relevant ist.
 
Bussi auf Bauchi,
euer Zacharias